Sanierung rund um den FC St.Gallen – Wieso bezahlt der Steuerzahler die Zeche?

Medienmitteilung

Sanierung rund um den FC St.Gallen – Wieso bezahlt der Steuerzahler die Zeche?

Nun steht also das Rettungspaket: die Steuerzahler sollen mit rund 6 Mio (je 4 Mio. vom Kanton und 2 Mio. von der Stadt) zur Kasse gebeten werden. Wieso die Zukunft dadurch besser werden soll, ist nach wie vor unklar.

Für die Grünliberale Partei Kanton St.Gallen stellen sich Fragen zur Vergangenheit und zur Zukunft. In Bezug auf die Vergangenheit ist die zentrale Frage, wieso der städtische Steuerzahler auf alle Forderungen (unbeglichene Rechnungen an die Stadt) verzichten soll und denselben Beitrag noch einmal einschiessen soll. Wieso soll der kantonale Steuerzahler (egal ob aus der Strassenrechnung oder aus den allgemeinen Mitteln) 4 Mio Franken einschiessen? Kurz zusammengefasst, die öffentliche Hand (Stadt und Kanton) soll auf 100% der Forderungen verzichten und den fünffachen Wert oben drauf bezahlen.

 

Was machen die anderen Gläubiger? Die Banken und andere Gläubiger verzichten lediglich auf einen Teil ihrer Forderungen und werden als die Hauptakteure der Sanierung dargestellt. Da stellt sich für die GLP die Frage, ob für die öffentliche Hand ein ganz normaler Konkurs (mit anschliessender Auffanggesellschaft) nicht viel vernünftiger wäre. Alle Gläubiger wären gezwungen , auf den gleichen Prozentsatz, aber maximal 100% der Forderungen zu verzichten: Dieses Vorgehen hätte die städtischen und kantonalen Steuerzahler gerade maximal EINE Mio Franken gekostet, die Banken beispielsweise aber 10 Mio statt der jetzigen 5 Mio Franken, bei den übrigen privaten Gläubigern wäre der Verlust auch höher gewesen. Banken, die Stadt und weitere Gläubiger gaben der BAG und der FCSAG Kredite, welche mit Risiken verbunden waren – wieso wird der Steuerzahler als einziger vollumfänglich zur Kasse gebeten? Wieso wird den anderen Gläubigern und den Banken die Hintertür für einen diskreten Abgang geöffnet?

 

Weiter haben die Grünliberalen dafür Verständnis, dass sich die Steuerzahler dem südlichen und westlichen Kantonsteil daran stossen, dass sie den FCSG finanziell retten sollen. Weitere Forderungen, z.B. des FC Wil oder von den Rapperswil-Jona-Lakers könnte die Aktion nach sich ziehen. Doch nicht nur die Vergangenheitsbewältigung ist frustrierend, auch die Schritte, welche in eine bessere Zukunft führen sollen, sind alles andere als befriedigend. Die vom Regierungsrat angekündigten „harten Auflagen“ erscheinen der GLP eher wie eine unverbindliche Wunschliste – die Grünliberalen fordern, dass die Auflagen vor jeglichen Sanierungsmassnahmen verbindlich geregelt werden:

 

  1. Auswechslung der Führungskräfte, welche es zu diesem Debakel haben kommen lassen und Sicherung von betriebswirtschaftlichem und finanziellem Fachwissen in den wesentlichen Gremien.
  2. Transparenz über alle finanziellen Belange, keine verdeckten Subventionen durch die öffentliche Hand.
  3. Eine Vertretung des Steuerzahlers des Kantons und/oder der Stadt in den entscheidenden Gremien als Sicherheit für den Steuerzahler.
  4. Auflage, dass in Zukunft im Bereich Sponsoring etc keine erhofften Einnahmen mehr budgetiert werden dürfen und die Budgets nicht mit einem Verlust abschliessen dürfen.

 

Werden diese Auflagen jetzt nicht durchgesetzt, so ist nicht auszuschliessen, dass die Steuerzahler die gleiche Erpressung auch in Zukunft über sich ergehen lassen müssen.
Die Grünliberalen werden das Rettungspaket zu Gunsten des FCSG im Kanton (und in der Stadt) zähneknirschend unterstützen, falls die obigen Bedingungen erfüllt sind. Zusätzlich fordern die Grünliberalen einen fundierten Bericht, wie es zu diesem Debakel kommen konnte. Aussagen wie „die Fans sind wegen der höheren Sicherheitskosten schuld“ sind absolut einseitig, unverhältnismässig und zeugen von einem uneinsichtigen Verhalten der Verantwortlichen – 16 Mio Franken Verlust in dieser kurzen Zeit haben viele andere und wesentlichere Gründe!