Plätze in St.Gallen: Wenig innovatives Vorgehen

Medienmitteilung

Plätze in St.Gallen: Wenig innovatives Vorgehen

Wenig Begeisterung lösen die Ansätze für den Marktplatz und den Bahnhofplatz bei den Grünliberalen Stadt St.Gallen aus. Viele Teilschritte gehen in die richtige Richtung, aber der grosse Wurf oder das begeisternde Gesamtkonzept fehlen bislang.

Seit Beginn der Diskussionen um den Marktplatz hat die GLP ein Vorgehen gefordert, welches eine Gesamtkonzeption ermöglicht hätte ohne an zu vielen Einzelinteressen zu scheitern. So ist eigentlich erfreulich, dass der Stadtrat nach der VOX-Analyse die Meinung der Bevölkerung ernster nimmt. Allerdings erstaunt, dass dies einzig in Form der Streichung bisheriger Projektbestandteile geschieht – mit wenig neuen Ideen.


Positiv am derzeitigen Konzept ist aus Sicht der glp das funktionale Haltestellekonzept mit Erhalt der Calatrava-Halle. Auch der allseits gewünschte verkehrsfreie Marktplatz wird begrüsst.
In Bezug auf die Parkplatzsituation strebt die glp weiterhin eine Lösung im Geist des Parkplatzkonsens an: In der VOX-Analyse fällt eine Marktplatzvorlage inklusive Parkhaus Blumenmarkt/Union mit lediglich 22% Zustimmung klar durch. Daher ist der Einbezug des Parkhauses unterer Graben ein innovativer Vorschlag. Genaue Abklärungen werden zeigen, ob und wie dieses Konzept realisierbar ist. Da mit dieser Lösung Suchverkehr vermieden werden könnte, ist diese Variante durchaus prüfenswert.


Die Mutlosigkeit des restlichen Konzepts zeigt sich beispielhaft an der Rondelle, welche nur saniert werden soll. Die glp wünscht sich einen einladenden, lebendigen und vielfältig nutzbaren, aber keinen leeren Marktplatz.
Sollte der Stadtrat nach dem gescheiterten Anlauf nun eine Politik der kleinen Veränderungen verfolgen, so muss zumindest sichergestellt sein, dass diese Schritte später einer umfassenden Sanierung nicht im Wege stehen.
Beim Bahnhofplatz begrüssen die Grünliberalen die Trennung von motorisiertem Privatverkehr und öV. Bemängelt wird hingegen die fehlende Einbettung dieser Trennung in ein städtisches Gesamtverkehrskonzept: Zwar wurden für den öffentlichen wie auch den Autoverkehr neue Lösungen gefunden; Velofahrer dagegen werden weiterhin zweitklassig behandelt. Veloparkplätze werden wenig bedürfnisgerecht am Rand oder ausserhalb des eigentlichen Bahnhofsareales angeordnet. Die einzige Ausnahme, die bewachte Velostation Nord, soll von der Südseite nur noch über Lifte erreichbar sein – obwohl der überwiegende Teil des Langsamverkehrs von südlich des Bahnhofes kommt.


Ebenfalls eine verpasste Chance sehen die Grünliberalen in der aus Kostengründen verworfenen verlängerten Unterführung. Hier sollte den Stimmbürgern zumindest ein Variantenentscheid ermöglicht werden, ob die Lösung mit grosszügigen Verkaufsläden und verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten auf den Bahnhofplatz zu bevorzugen sei. Vergleicht man die Situation mit derjenigen vor der Abstimmung des Marktplatzes, so werden Parallelen erkennbar: Die Verwaltung schnürt ein fixes Paket und riskiert so unnötigen Wiederstand gegen an sich durchaus sinnvolle Verbesserungen.


Es wäre ausgesprochen schade und für die Stadt St.Gallen keine gute Visitenkarte, wenn auch die dringende Bahnhofsplatzerneuerung an schon länger bekannten Schwachpunkten der Vorlage scheitern würde.
In diesem Sinne wünschen sich die Grünliberalen eine zügige und zukunftsweisende Erneuerung der beiden wichtigsten St.Galler Plätze. Sie erwarten von der Bauverwaltung, dass diese die Anliegen breiter Bevölkerungskreise künftig ernster nimmt und in den Vorlagen entsprechend berücksichtigt.