Zubringer Güterbahnhof: Nun bekennt sich auch der Stadtrat dagegen

Medienmitteilung

Zubringer Güterbahnhof: Nun bekennt sich auch der Stadtrat dagegen

Mit grosser Genugtuung nehmen die Grünliberalen die Haltung des Stadtrats zum Verzicht auf den Zubringer Güterbahnhof mit dem Liebeggtunnel entgegen. Seit dem Ursprung der Idee stehen sie der Teilspange skeptisch gegenüber.

Der Mitwirkungsbericht zum vorliegenden Projekt hat offenbart, dass sich die zahlreichen damit verbundenen Probleme, wie z.B. der Knoten bei der St.Leonhard-Brücke, nicht lösen lassen. Ein Autobahnzubringer direkt ins westliche Zentrum, dessen Strassen- und Parkkapazitäten nicht ausbaufähig sind, ist nicht wünschenswert. Das Astra hat einer Umfahrung von Herisau unter anderem aufgrund der geringen Verkehrsmenge eine Abfuhr erteilt. Die Verkehrszahlen von der Autobahn nach Teufen liegen dabei wesentlich tiefer als jene durch Herisau.

Die Grünliberalen stehen hinter dem Mobilitätskonzept der Stadt.

In diesem Sinn sehen sie eine 3. Röhre primär als Notwendigkeit für den Sanierungsfall der bestehenden Tunnels – und weniger als Kapazitätserweiterung. Eine nur 2-spurige Sanierungsröhre lediglich im bergmännischen Teil wäre denkbar. So könnte das Olma-Gelände schadlos gehalten werden. Einer dritten Röhre in der vorgesehenen Form würden sich die Grünliberalen jedoch nicht grundsätzlich entgegenstellen. Sie würden es aber begrüssen, wenn diese das Olma-Gelände südlich umfahren würde – eine technisch machbare und annähernd kostenneutrale Lösung, die den Abbruch mehrerer Olma-Hallen vermeiden könnte. Die Olma Halle 9 ist erst 25-jährig. Die Vernichtung solcher Mengen grauer Energie kann nicht im Sinn der Erfüllung von Klimazielen sein.

Verkehr marktwirtschaftlich denken

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sieht die GLP eine Sanierung ohne 3. Röhre zwar als herausfordernd, aber nicht als unmöglich. Anfang 2010er-Jahre wurde der Sonnenbergtunnel in Luzern auch nur während Nachtsperrungen saniert. Allfällige Umleitungen von St.Fiden via Sonnenstrasse, Unterer Graben, Rosenbergstrasse bis Kreuzbleiche tangieren verhältnismässig wenig Wohngebiete. ÖV-, und Veloförderung kombiniert mit einem Mobility Pricing würde zur Reduktion des MIV führen. Ergänzend sieht die GLP Park-and-Ride-Anlagen an den Mobilitätshubs am Stadtrand. In der Parkgebühr müsste ein ÖV-Zonenticket für die Stadt eingerechnet sein.