Die GLP sieht den Veloverkehr als zentrales Element der städtischen Mobilitätszukunft. Direkte und schnelle Routen sind der richtige Weg, um mehr Menschen zum Umstieg aufs Velo zu bewegen. Doch die geplante Passerelle überzeugt nicht. Mit einer Breite von nur vier Metern und zwei engen 90-Grad-Kurven ist sie zu schmal und zu unübersichtlich, um Velo- und Fusssverkehr in beide Richtungen zu führen. Das Konfliktpotenzial im gemischten Verkehr wird akzentuiert: Velo- und E-Bike-Fahrende werden durch den Fussverkehr ausgebremst und zu Fuss Gehende fühlen sich durch 20 bis 30 km/h schnellen Fahrzeuge bedroht. Deshalb sind diese beiden gemäss Bundesgesetz über Velowege baulich zu trennen.
Rückbau der Steinachstrasse als Alternative zur Passerelle
Mit dem Ausbau der Frohbergstrasse existiert heute ein neuer Autobahnzubringer parallel zur Steinachstrasse. Die Steinachstrasse könnte deshalb zu einem Velo- und Fussweg rückgebaut werden – mit einer direkten Verbindung über die Frohbergstrasse zum Spitalareal. Möglicherweise käme diese Lösung gar kostengünstiger. Die Breite der Steinachstrasse müsste neu nur den Anforderungen der Zufahrt zum Busdepot genügen, solange dieses noch hier steht. So entstünde zudem eine neue Parklandschaft: Das Volksbadpärkli könnte mit dem Stadtpark verbunden werden – eine Idee, die auch der Verein «Grünes Gallustal» in seinem Leitbild vorschlägt.
Schnelle und komfortable Velowege
Die Stadt verspricht auf ihren geplanten sogenannten «Velovorzugsrouten» ein sicheres und komfortables Vorwärtskommen. Während die Route vom Stadtzentrum Richtung Westen diesen Anspruch erfüllt, sehen die Grünliberalen im Osten erheblichen Verbesserungsbedarf. Für sie ist die von der Stadt vorgesehene Linienführung durch das Kantonsspitalareal und den Parkplatz vor der Frauenklinik problematisch. Aufgrund des betriebsbedingten, dichten Fussverkehrs und von Parkiermanövern ist eine schnelle, entspannte Fahrt – eine Grundbedingung von Vorzugsrouten, wenn es nach den Grünliberalen geht – nicht möglich. Auch die Querung der Splügenstrasse mit langen Rotlichtphasen ist unbefriedigend. Stattdessen böten sich andere Lösungen an, welche zwar nicht günstiger, aber sicher besser und zielführender wären. Kompromissbeladene Lösungen bringen trotz hohen Kosten wenig Nutzen.