Samstag, 28. September 2019

Keine Barriere auf dem Veloweg Güterbahnhof

Die Appenzellerbahnen planen im Güterbahnhof eine neue, zusätzliche Haltestelle. Gleichzeitig sollen die Gleise neu entlang jenen der SBB gelegt werden. Diese neue Linienführung kreuzt die Güterbahnhofstrasse, eine wichtige, schnelle Veloroute. Diese Kreuzung soll mit einer Barriere gesichert werden.

Christoph Wettach im Namen der Fraktion zur Interpellation «Radwegnetz St.Gallen – quo vadis?»

 

Würde man bei einer Strasse mit Autoverkehr auch eine bestehende Bahnunter- oder überführung durch einen Bahnübergang mit Barrieren ersetzen? Wohl kaum. Mit Velofahrenden ist das jedoch machber. Dagegen wehren wir uns.

 

Wir schätzen die Bemühungen der Stadt, den Veloverkehr mit entsprechende Routen, Wegen und Spuren fördern. Manche dieser Massnahmen führen jedoch zu längeren Fahrzeiten, weshalb die gut gemeinte Absicht nicht immer auf Wohlwollen der Zielgruppe stösst und sich diese dann andere Wege sucht.

 

Ich denke hier an Lichtisgnalanlagen mit längeren Wartezeiten, als man es als Velofahrender im Rahmen des Mischverkehrs hätte, an Kurvenradien, die sich kaum fahren lassen oder an Velostrassen, die an Kreuzungen enden, die nur als Fussgänger überquert werden können. Stichworte dazu: St.Leonhard-Kreuzung, Geltenwilenstrasse und Splügenstrasse.

 

Es gibt Massnahmen, die im Rahmen der Sicherheit ihre Berechtigung haben. Will man den Veloverkehr effektiv fördern, also die Pendler auf die Räder bringen, sind schnelle Routen unabdingbar. Schikanen werden umfahren.

 

Eine solche droht die Strasse durch den Güterbahnhof zu werden. Dass die Schliesszeiten der Barriere der Appenzellerbahnen max 10min pro Stunde sein wird, mögen wir nicht richtig glauben, verkehren hier doch 8 Züge pro Stunde und die Haltedauer bei der nahe Haltestelle kann durchaus auch einmal länger dauern. Es kann also durchaus mit 25-prozentigen Sperre dieser Veloroute gerechnet werden, was ihre Attraktivität massiv schmälert.

 

Wir können die Haltung des Stadtrats nachvollziehen, dass der Bau einer Unterführung unverhältnismässig ist. Doch wurden denn alle Alternativen geprüft? Die Stelle ist übersichtlich, die Züge aufgrund der Haltestelle nicht schnell – eine Lichtsignalanlage könnte doch genügen, zumal die Appenzellerbahnen in der ganzen Innenstadt ohne Schranken verkehren.

 

Oder wäre es nicht möglich, den Veloweg schon vor dieser Kreuzungsstelle mit der Bahn, links weg in die Oberstrasse zu führen? Die zusätzliche, kleine Höhendifferenz wäre das geringere Übel als eine geschlossene Barriere.

 

Zudem: In Anbetracht des Umstands, dass an dieser Stelle dereinst ein unterirdischer Autobahnknoten zu liegen kommen könnte, sehen wir eine teure Verlegung von Gleisen und den Bau einer Haltestelle als verfrüht. Wir schlagen vor, damit bis zur Ausführung bzw. Verzichtentscheids besagten Autobahnprojekts zuzuwarten. Eine einfache Haltestelle lässt sich auch entlang des bestehenden Gleistrassees einrichten