Aufwertung und Neugestaltung Bahnhofplatz

Medienmitteilung

Aufwertung und Neugestaltung Bahnhofplatz

Die Grünliberalen stimmen dem Vorprojektierungskredit im Grundsatz zu und fordern als zentrale Projektverbesserungen eine Verlängerung der Hauptunterführung, eine attraktive Zweiradquerung im Westbereich sowie die Optimierung von Haltestellenkonzept und Gestaltung der Ankunftshalle.

Am 14. September 2010 entscheidet das Stadtparlament über einen Verpflichtungskredit von knapp 2 Mio. Franken für die Ausarbeitung des Vorprojekts zur Aufwertung und Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Das Vorhaben ist für die Stadt von zentraler Bedeutung. Nach heutigem Kenntnisstand dürften sich die Investitionen für das Gesamtprojekt auf gegen 90 Mio. Franken belaufen, wovon ca. 55 Mio. für die Stadt anfallen.

 

Das geplante Vorhaben ist eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten. Wichtig ist insbesondere, dass möglichst früh die entscheidenden Weichen richtig gestellt werden. Optimierungspotenzial orten die Grünliberalen vor allem in folgenden Punkten:

 

Personenunterführung Ost

Die von den Grünliberalen schon früh geforderte Verlängerung der Rathausunterführung bis unter den südlichen Bereich des Bahnhofplatzes wird vom Stadtrat für die Vorprojektierung als zu prüfende Variante bezeichnet. Dies ist sehr zu begrüssen. Die Grünliberalen sind überzeugt, dass die Vorteile einer grosszügigen Lösung klar überwiegen. Mit der S-Bahn, dem starken Ausbau des überregionalen Zugverkehrs Richtung Zürich und München sowie dem zu erwartenden Ausbau der städtischen Bus- und Postautofrequenzen ist im Bereich der Wartehallen mit wesentlich stärkeren, sich querenden Personen- und Verkehrsströmen zu rechnen. Sowohl aus Sicherheitsaspekten wie auch im Interesse eines möglichst reibungslosen Verkehrsflusses ist es daher erforderlich, den Passanten die Wahl zulassen, wo sie aus dem Untergrund aufsteigen wollen. Eine attraktiv gestaltete unterirdische Verbindung bietet zudem neue Nutzungsmöglichkeiten, z.B. in
Form zusätzlicher Einkaufsgelegenheiten an zentraler Lage, was auch kommerziell interessant sein dürfte.

 

Haltestellenkonzept

Das neue Haltestellenkonzept für Busse und Postautos mit einer reduzierten Anzahl Haltestellen und entsprechender Fahrgastinformation wird im Grundsatz begrüsst. Die Konzentration der Bushaltestellen in der Fortführung der Ratshausunterführung und der neuen Empfangshalle bringt jedoch für zahlreiche Reisende keine kürzeren Wege. Im Gegenteil: Die Fernverkehrszüge der SBB werden in Zukunft ca. 400 m lang sein (zwei Zugskompositionen à 200 m). Das Perron 1 wird entsprechend bereits heute Richtung Westen verlängert und schliesslich fast bis zur Bushaltestelle St. Leonhard reichen. Für viele Passagiere der IC-Züge dürfte der Weg zu den Bus- und Postautohaltestellen somit noch weiter werden als heute. Um die Wege für alle möglichst kurz zu halten, muss der Busbereich in der Mitte der wachsenden Perrons platziert sein und nicht wie heute an deren Ende. Diesbezüglich ist die Abstimmung zwischen überregionalem Zugverkehr und Nahverkehr noch stark verbesserungsbedürftig.

 

Radquerung

Im Westteil zwischen der Personenunterführung und der St. Leonhardsbrücke sind mit hoher Priorität auch für Zweiräder attraktive und sichere Querverbindungsvarianten zu erarbeiten (z.B. Umnutzung und Ausbau der ehemaligen ‚Postunterführung‘). Spätere Nachbesserungen dürften wesentlich teurer zu stehen kommen als die rechtzeitige Verknüpfung der zentralen ÖV-Infrastruktur mit den Bedürfnissen des bei der vor- und nachgelagerten Feinverteilung besonders effizienten Zweiradverkehrs.

 

Ankunftshalle

Wie seinerzeit die Calatrava-Halle am Bohl setzt nun auch am Bahnhof das Siegerprojekt ‚Akari‘ mit der gläsernen Empfangshalle zwischen Rathaus und Bahnhofgebäude ein markantes städtebauliches Zeichen. Umso wichtiger ist es, an deren Ausgestaltung höchste Anforderungen zu stellen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass dieses Gebäude nicht derart dominant in Erscheinung tritt, dass der heute spannende Dialog zwischen Bahnhofsgebäude und Rathaus unnötig beeinträchtigt würde. Zudem sollte die Ankunftshalle eher eine zeitlose ästhetische Qualität anstreben als kurzlebigen Modeströmungen zu folgen. Auch dem Thema Lichtverschmutzung ist im Rahmen der Vorprojektierung verstärkt Beachtung zu schenken.

 

Werden solche Anliegen in der Vorprojektierungsphase ernst genommen, so sind die Grünliberalen der Stadt St. Gallen zuversichtlich, dass aus dem Vorhaben zur Aufwertung und Neugestaltung des Bahnhofplatzes ein breit akzeptierbares und gelungenes Projekt resultieren wird.