Sowohl mit der Annahme der «Städteinitiative» 2010 (59%), als auch mit der Ablehnung der «Mobilitätsinitiative» 2018 (69%) hat sich der Souverän zugunsten einer Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs entschieden. Dass das sich Volk zum Projekt Teilspange Güterbahnhof als solchem voraussichtlich nicht an der Urne äussern können wird, ist stossend und undemokratisch. Es kann von grossem Widerstand ausgegangen werden, wie ein Blick auf www.teilspange.ch, einer Website der Gegnerschaft, zeigt. Der Stadtrat sollte sich über diesen Volkswillen nicht hinwegsetzen, sagen die städtischen Grünliberalen. Dies kann er umso mehr nicht, dass eine Inbetriebnahme frühestens ab 2040 (gemäss https://zubringer-gueterbahnhof.ch/zeitplan/) angedacht ist, zu einer Zeit also, in welcher die heutigen Entscheidungsträgerinnen und -träger sich im oder nahe dem Pensionsalter befinden und die heutige «Klimajugend» an den politischen Schalthebeln sitzen wird.
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Intelligente Lösungen
Dass aktuelle Probleme mit grossem Leidensdruck mit Projekten gelöst werden sollen, die erst ab 2040 greifen, halten die Grünliberalen für völlig falsch. Mit nur einem Bruchteil des hierfür gebundenen Geldes könnten schneller griffige Massnahmen getroffen werden. Dabei sei an die kürzlich von der IGöV Stadt St.Gallen geforderten Kurz- und mittelfristigen Massnahmen im öffentlichen Verkehr erinnert – im Wissen, dass aufgrund der zweckgebunden Gelder nicht so einfach Geld vom MIV- in den ÖV-Topf verschoben werden kann. Doch halten die Grünliberalen wenig vom gegeneinander Ausspielen der verschiedenen Verkehrsträger.
Die Zukunft, so finden sie, liegt in der Kombination von diesen zusammen mit intelligenten Lösungen. In ihrer Vision sehen die Grünliberalen selbstfahrende Vier- bis Mehrplätzerkabinen, welche zentral gesteuert nach Abruf via Smartphone-App der Benützenden verkehren und so dereinst auch Leerfahrten von grossen Bussen zu Randzeiten an Randgebiete obsolet machen könnten. Die einzelnen Komponenten existieren alle auch bereits in der Schweiz. Unsere Forschungszentren und die innovative Wirtschaft wären bereit. Es gilt nur noch, alles zu verknüpfen, getreu dem grünliberalen Leitspruch der vergangenen eidgenössischen Wahlen: Es ist Zeit für intelligente Lösung statt Beton.