«Kastanienhof» oder «Militärkantine»?

Medienmitteilung

«Kastanienhof» oder «Militärkantine»?

Kommendes Wochenende stimmt die Stadtbevölkerung über das Projekt für die Sanierung und Neunutzung des heutigen «Kastanienhofes» ab (ehemalige Militärkantine). Nach Klarstellungen der künftigen Betreibergruppe über Ihre Absichten stimmen auch die Grünliberalen mit Überzeugung zu.

Bei der parlamentarischen Behandlung des Geschäftes beantragten grünliberale Stadtparlamentarier die Rückweisung zwecks Nachbesserung der Parlamentsvorlage. Diese erweckte den Eindruck, der einmalig gelegene Veranstaltungsort mit der tollen Ausstrahlung solle künftig ausgerechnet ruhebedürftiger Schlafnutzung vorbehalten bleiben. Das aber läge kaum im Interesse der die erheblichen Renovationskosten berappenden St.Galler:innen. Nach der parlamentarischen Zustimmung zum Projektkredit wurde denn auch das absehbare Referendum gegen die unglücklich kommunizierte Vorlage von dritter Seite mit Erfolg ergriffen.

 

Der heutige Kastanienhof ist ein ausserordentliches und traditionsreiches Gebäude an für manche Nutzungen hervorragender Lage. Der Sanierungsbedarf des erhaltenswerten Gebäudes ist unbestritten. Hohe Kosten ergeben sich vor allem aus dem bedeutenden Nachholbedarf, wegen des über 30 Jahre zurückgestellten Unterhalts. Von Ideen zum Verkauf der Liegenschaft kam die Stadtverwaltung zu Recht wieder ab. Trotz Mängeln bei Ausschreibungsverfahren liegt inzwischen ein interessantes Betriebskonzept einer Gruppierung vor, die über Erfahrung im St.Galler Gastrobereich verfügt. Dieses sieht im Gegensatz zu bisherigen Ideen eine Vollnutzung für das ganze Gebäude vor, indem sie den Gastrobetrieb mit Hotelzimmern in den oberen Geschossen ergänzt.
In konstruktiven Gesprächen über den Umgang mit Konfliktpotentialen zwischen Hotel- und Veranstaltungsinteressen, legte die künftig vorgesehene Pächterschaft überzeugend dar, dass an diesem einmaligen Ort der ‚Kulturbetrieb‘ (wie Musik, Tanz etc.) mit dem neuen Betreiberteam nicht zum Erliegen käme, sondern sogar vielfältiger werden solle als bisher.

 

Auf vergangene Fehler aufmerksam zu machen war zweifellos berechtigt, damit solche künftig vermieden werden können. Angesichts der heute sehr extensiven und keineswegs kostendeckenden Zwischennutzungen würden jedoch überfällige Instandsetzungsarbeiten nur weiter verteuert mit einem Volksentscheid im Sinne von ‚Zurück auf Feld eins‘.
Diese Überlegungen veranlassen die Grünliberale Partei der Stadt St.Gallen, den Stimmbürgern ein Ja zur Vorlage über die Sanierung und Neunutzung des «Kastanienhofes» zu empfehlen.