Erneut haben die heissen Tage des vergangenen Sommers gezeigt, wie wertvoll schattenspendende s Bäume fĂ¼r die Aufenthaltsqualität sind. Mit anderen GrĂ¼nelementen, wie z.B. Kletterpflanzen, tragen diese viel zu einem angenehmen Stadtklima bei. Im Unterschied zu grossflächig versiegelten Oberflächen entlasten GrĂ¼nstrukturen auch die Kanalisation mit sog. ‚Vorflutern‘ vor Schmutzwasserstössen. GrĂ¼nelemente steuern demnach einen wesentlichen Beitrag zu Luftqualität,Stadtklima und auch zur Wasserqualität bei, bzw. kann (wesentlich teurere) technischen RĂ¼ckhaltelösungen ersetzen.
Allerdings bilden in St.Gallen vielerorts Ă¼berbreite Fahrspuren und lange Abbiegespuren zusammen mit ‚unterhaltsfreundlich‘ geteerten Vorplätzen ein tristes Bild grossräumiger Asphaltflächen. Nebst etlichen Beispielen im Westen (zwischen Knoten Kreuzbleiche und Arena) fällt im Osten der unlängst erstellte Bereich bei der Bushaltestelle GrĂ¼tlistrasse als suboptimale Lösung auf. Auf Höhe Geschäftshaus Rorschacher Strasse 226 ist die Strasse Ă¼ber 13m breit. Diese asphaltierte Fläche wird durch die Trottoirs und die geteerten Vorplätze der privaten Anlieger noch zusätzlich verbreitert.
Ohne Verlust fĂ¼r die Verkehrssicherheit liessen sich hier – wie auch im Bereich des Einkaufszentrums Grossacker – GrĂ¼nflächen und -elemente in den Strassenraum integrieren. Vorstellbar wäre beispielsweise ein Multifunktionsmittelstreifen mit GrĂ¼ninseln oder Bäumen, oder auch eine Baumreihe mit entsprechenden Zwischenräumen fĂ¼r Anliefer- und Abholmöglichkeiten. Da ausserhalb des Stadtzentrums unterirdische Parkgaragen häufig fehlen, wären auch dem Gewerbe mit schattenspendenden Aufenthalts- und Haltemöglichkeiten besser gedient als mit einem wenig ansprechenden asphaltierten Aussenraum.
Gemäss Art. 46 der Bauordnung sind «fĂ¼r Verkehrsanlagen wasserdurchlässige Beläge oder Anlagen mit Versickerungsmöglichkeit einzubauen, soweit dies möglich ist». Entlang der Rorschacher Strasse finden sich viele Liegenschaften, deren Vorplätze asphaltiert sind, obwohl sie weder der Erschliessung noch Parkierungszwecken dienen, namentlich bei der Neuapostolischen Kirche oder bei erwähntem Geschäftshaus Rorschacher Strasse 226. Bei letzterem war Ă¼brigens in der – zugegebenermassen unverbindlichen – Projekt-Visualisierung eine Allee eingezeichnet.
Obwohl die von der Verwaltungseinheit ‚GrĂ¼n St.Gallen‘ gepflegte Bereiche bereits einen wichtigen Beitrag zur StadtbegrĂ¼nung leisten, zeigen die erwähnten Beispiele, dass Gelegenheiten zur Schaffung von mehr GrĂ¼n im Strassenraum noch immer ungenĂ¼gend wahrgenommen werden.
Daher bitten wir den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Teilt der Stadtrat die Ansicht, dass in Zeiten heisser werdender Sommer mehr GrĂ¼n im Strassenraum einen positiven Einfluss auf das St.Galler Stadtklima hat?
2. a) Weshalb setzt die Verwaltung Art 46. der Bauordnung kaum um bzw. durch?
b) Welche Möglichkeiten sieht die Stadt neben einer gelebten Vorbildfunktion auch Private zur Bepflanzung von nicht verkehrlich genutzten Vorplätzen zu motivieren.
3. VerfĂ¼gt die städtische Verwaltung Ă¼ber interne Leitlinien zur (Um)-Gestaltung von Strassenräumen mittels GrĂ¼nelementen wie z.B. ZĂ¼rich in «Gestaltungs-Standards Stadträume: Strassen»? Falls nicht: Wäre es zweckmässsig entsprechende Standards zu erarbeiten boder bereits bestehende Leitlinien an unsere Verhältnisse anzupassen und zu Ă¼bernehmen?