Das breit abgestützte Komitee anerkennt die Bedeutung von Prävention und Früherkennung, kritisiert aber, dass die Initiative Ausdruck einer Vollkasko-Mentalität auf Kosten der Allgemeinheit ist. «Der Staat schafft den Rahmen, die Verantwortung für das eigene Wohl muss jeder selber tragen», meint Liliane Kobler, Stadtparlamentarierin und Präsidentin FDP Stadt St.Gallen. Oder wie es ihr Parteikollege Felix Keller zusammenfasst: «Privat vor Staat.»
Schon jetzt bietet die Stadt für klar definierte Risikogruppen kostenlose Tests an. Die Initiative würde den Kreis der Berechtigten stark ausweiten und zu jährlich rund 370’000 Franken Mehrkosten führen. Für Claudius Krucker, Präsident GLP Stadt St.Gallen, steht fest: «Breite kostenlose Tests ausserhalb der eigentlichen Risikogruppen kosten viel und bringen wenig. Angesichts der leeren Stadtkasse ist das keine Option.»
Zudem ist die Zuständigkeit aus Sicht des Komitees klar: «Gezielte Gesundheitskampagnen liegen in der Verantwortung von Kanton und Bund; es ist ineffizient, wenn jede Gemeinde eigene Programme lanciert und sich im Wettbewerb der Kampagnen zu übertreffen versucht», meint Ivo Liechti, Stadtparlamentarier und Stadtpartei-Präsident der Mitte.
Die Stadt engagiert sich bereits heute in Prävention und Beratung. Entscheidend bleibt aber das Verhalten jedes Einzelnen. «Gesundheitsschutz beginnt bei jedem Einzelnen. Eigenverantwortung ist ein Grundpfeiler unseres Systems und darf nicht schleichend an die Öffentlichkeit delegiert werden», warnt David Vosseler, Stadtparlamentarier und Präsident SVP Stadt St.Gallen.
Das überparteiliche Komitee «Nein zur teuren Gratismentalität» sagt deshalb klar Nein zur Initiative «Sex? Aber safe!».