Tagesbetreuungsangebot ohne Sommerpause

Medienmitteilung

Tagesbetreuungsangebot ohne Sommerpause

Die Stadt St.Gallen betreibt eine bedarfsgerechte Tagesbetreuung für Kindergarten- und Primarschulkinder. Während der drei mittleren Wochen der Sommerferien sowie an einer Woche über die Weihnachtsfeiertage bleiben die städtischen Tagesbetreuungen geschlossen. Nicht alle Eltern können während dieser Zeit eine Tagesbetreuung für ihre Kinder finden.

Interpellation GLP/JGLP Fraktion:
Tagesbetreuung St. Gallen – Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Votum im Namen der Fraktion

Wir danken dem Stadtrat für die Beantwortung unserer Fragen. Wir hätten uns kreativere Lösungen Seiten des Stadtrats erhofft. Natürlich möchte unsere Fraktion auf 500’000 Franken Mehrkosten verzichten. Dies steht ausser Frage. Diese Kosten beziehen sich aber auf die Auflösung aller vier Betriebsferienwochen. Die Woche über die Weihnachtsferien ist sicherlich kein Muss. Vielmehr hätten wir uns für die Sommerferien kreativere Lösungen erhofft.

 

Zum Beispiel Vorschläge wie: 

Während den Betriebsferien im Sommer werden jeweils zwei Tagesbetreuungseinrichtungen, die einander geografisch am nächsten liegen, zusammenspannen, indem jeweils eine der der beiden Einrichtungen, jeweils die Kinder beider Tagensbetreuungen wochenweise aufnimmt. Machbar könnte dies sein, das es im Sommer meist ja reduzierte Anzahl Kinder hat.

 

Es ist wie die Ferienvertretung in der Arztpraxis. Personal-Mehrkosten entstehen durch eine solche Lösung eigentlich keine, da mit dem gleichen Personal gearbeitet werden könnte, der Service aber aufrecht erhalten wird.

 

Oder wie wäre es mit einer Spezialwoche in den Sommerferien, ein Spezialproramm mit Kostendeckend mit Mehrpreisabwälzung auf die Eltern? Solche Angebote und Modelle kennt man auch aus der USA. Leider ist der «Sommerplausch» keine Alternative, da dort vermehrt Angebote für ein paar wenige Stunden vorhanden ist – z.B. 10 bis 14 Uhr. Arbeitstätigen Eltern verursacht dieses Angebot mehr Organisationsaufwand, als es etwas nützt. Für Kindern, deren Eltern Zuhause sind, ist dies absolut toll. Unsere Fraktion ist sich einig, in der Beantwortung dieser Interpellation hat sich die Stadt zu sehr selbst eingeschränkt und schiebt die Kosten vor, als über andere mögliche Ideen nachzudenken. Ein Möglicher Pilot als Test könnte zeigen, ob es umsetzbar ist und ob ein Bedarf effektiv nicht vorhanden wäre.

 


Das Argument der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Mitarbeitenden in allen Ehren, diese haben ja im Gegensatz zu anderen städtischen Angestellten sieben Wochen bezahlte Ferien. Da sollte ein Ausfall der Tagesbetreuung eher möglich sein, würde man meinen. Messen Sie hier mit gleichlangen Ellen? Die Vereinbarkeit der Mitarbeitenden wird hoch gewichtet, nicht aber die der Eltern? Hier ist Vereinbarkeit aber scheinbar wichtig und bei den Eltern nicht. Als alleinerziehende Mutter kann ich nicht drei Wochen Ferien nehmen am Stück.

 

Eine Randbemerkung:
 Der Stadtrat stützt sich in der Beantwortung auf das Argument, dass ein Angebot zuwenig gefragt sei. Dies verwundert bei der Formulierung der Befragung nicht: Mit der Befragung nach der Zufriedenheit bezüglich der Öffnungszeiten wird die Tagesöffnungszeit verstanden, nicht jene während Ferien.