Neuausrichtung von Sternenstadt und Weihnachtsmarkt

Medienmitteilung

Neuausrichtung von Sternenstadt und Weihnachtsmarkt

Die Grünliberalen Stadtparlamentsmitglieder Magdalena Fässler und Yves Betschart haben mit ihrer Interpellation «Weihnachtsmarkt – der Stadt St.Gallen würdig?» den Anstoss gegeben. Nach einer Neukonzeptionierung hat das Stadtparlament nun den Verpflichtungskredit zur Unterstützung gesprochen.

Der St.Galler Weihnachtsmarkt wird dem Potential und dem Charme der Stadt St.Gallen mit ihrer Altstadt mit Kulturerbe und der Anziehungskraft der Region nicht gerecht.  Im Vergleich können kleinere Städte wie Baden oder Locarno mit kreativen Weihnachtsmärkten punkten, die für alle Altersgruppen attraktiv sind. In Deutschland hat man das Potential von Weihnachtsmärkten für den Tourismus und die Belebung der Innenstädte längstens erkannt. Gute Beispiele in der Stadtgrösse von St. Gallen sind Freiburg oder Ulm.

 

Es ist bemerkenswert, dass selbst Städte mit geringerer Einwohnerzahl in der Lage sind, einen attraktiven Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Es wäre wünschenswert, über innovative Ansätze nachzudenken, um den St. Galler Weihnachtsmarkt aufzuwerten. Der zukünftige Weihnachtsmarkt sollte Besucherinnen und Besucher über die Region hinaus begeistern und gleichzeitig einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten

 

Neukonzipierung der Sternenstadt St.Gallen und Neuorganisation des Weihnachtsmarkts 2025–2027

Fraktionsvotum

Die GLP-Fraktion unterstützt die Vorlage «Neukonzipierung der Sternenstadt St.Gallen und Neuorganisation des Weihnachtsmarkts 2025–2027» und beantragt Zustimmung zum Verpflichtungskredit von 55’000 Franken. Wir erinnern daran, dass die GLP mit dem politischen Vorstoss «Weihnachtsmarkt – der Stadt St.Gallen würdig?» den Anstoss für diesen Prozess gegeben hat. Der Stadtrat hat daraufhin die Neukonzipierung des Adventserlebnisses – mit einem starken Fokus auf die Aufwertung des Weihnachtsmarkts – aufgegleist.

 

Warum ist diese Vorlage richtig und wichtig?

1) Standortqualität und Innenstadtbelebung.

St.Gallen ist als «Sternenstadt» weit über die Regionhinaus bekannt – nicht zuletzt dank rund 700 Sternen der städtischen Weihnachtsbeleuchtung («Allerstern»). Ein stimmiger, gut kuratierter Weihnachtsmarkt ist dabei ein zentraler Pfeiler – für Bevölkerung, Gewerbe und Tourismus.

2) Professionelle Umsetzung mit klaren Zuständigkeiten.

Der Zuschlag an die St.Galler Agentur alea Kaftan sorgt für kurze Wege, lokale Vernetzung und eine Gesamtsicht über Kommunikation, Marktorganisation und Programminhalte. Die vorliegende Leistungsvereinbarung 2025–2027 regelt Aufgaben, Reporting und Controlling verbindlich.

3) Schlauer Mitteleinsatz – Anschub statt Dauerfinanzierung.

Der städtische Beitrag ist bewusst degressiv ausgestaltet. Damit setzen wir einen klaren Anreiz, zusätzliche Drittmittel zu mobilisieren, die Qualität etappiert zu steigern und das Angebot mittelfristig selbsttragend zu machen.

4) Realistische Etappierung und Rücksicht auf Rahmenbedingungen.

Für 2025 liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Marktatmosphäre, voraussichtlich am Gallusplatz/Gallusstrasse, mit neuer, einheitlicher Dekoration und einer klaren, ruhigen Zone in der Nähe des Klosters. Diese räumliche Entflechtung erhöht Qualität und Aufenthaltskomfort.

5) Einbinden des Bestehenden statt «Neuerfinden um jeden Preis».

Christkindlimarkt, Weihnachtsreise, kirchliche Programme und weitere Initiativen werden unter dem Dach der Sternenstadt koordiniert und kommunikativ vereint. So entsteht ein zusammenhängendes, authentisches St.Galler Adventserlebnis.

Auf dieser Basis formulieren wir als GLP folgende Anliegen an die Umsetzung

  1. Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards:
    • Kuratierte Auswahl der Stände mit Schwerpunkt auf regionalem, hochwertigem Angebot; Vermeidung von Einheitsware.
    • Verbindliche Umweltkriterien (Mehrweg, Abfallkonzept, energieeffiziente Beleuchtung, kurze Lieferwege).

  2. Rücksicht auf das Weltkulturerbe & Lärmmanagement:
    • Eine ruhige, besinnliche Zone im Klosterareal; lautere, gesellschaftliche Angebote räumlich getrennt.
    • Klare Zeiten und Formate für Musik und Strassenkunst, damit Atmosphäre entsteht, ohne Anwohnende zu belasten.

  3. Barrierefreiheit und familienfreundliche Angebote:
    • Gute Erreichbarkeit, hindernisarme Wege, ausgewiesene Ruhezonen, familienfreundliche Infrastruktur.
    • Kinder- und Kulturformate (Erzählstunden, Theater, Advents-/Märchenweg, «Singen für alle») werden etappiert aufgebaut.

  4. Transparenz & Wirkungsmessung:
    • Jährliches Reporting mit Kennzahlen (Besucher:innen, Umsätze, Zufriedenheit, Littering, Lärmreklamationen).
    • Steuerungsfähigkeit über die Leistungsvereinbarung sicherstellen; bei Zielverfehlung sind Anpassungen möglich.

  5. Koordination mit Stadtentwicklung:
    • Enge Abstimmung mit Bau- und Umgestaltungsprojekten (Marktplatz/Bohl) und ggf. temporäre Lösungen, die die Erreichbarkeit des Gewerbes sicherstellen.

Fazit

Mit der «Sternenstadt 2025+» schlagen wir keinen teuren «Gross-Event»-Pfad ein, sondern setzen auf kluge, städtische Qualität: lokal verankert, nachhaltig, finanziell verantwortungsvoll und touristisch wirksam. Der degressive Anschubbeitrag ermöglicht der neuen Veranstalterin, Strukturen zu professionalisieren, bestehende Angebote einzubinden und den Weihnachtsmarkt sichtbar aufzuwerten – bereits 2025 und mit klarer Perspektive bis 2027.

Die GLP hat diesen Erneuerungsprozess angestossen – und wir stehen dazu: Wir wollen ein Adventserlebnis, das zu St.Gallen passt und unsere Innenstadt in der dunklen Jahreszeit leuchten lässt. Die GLP sagt Ja zur Vorlage.