Schwalbenstrasse, Florastrasse und Konkordiastrasse (Abschnitt Sternackerstrasse bis Singenbergstrasse), Instandstellung und Neugestaltung
Noemi Bänziger im Namen der Fraktion
Der Sanierungszyklus von Strassen ist auf ca. 50 Jahre festgelegt. Die Schwalben-, Flora und Konkordiastrasse wurden letztmals in den 1980ern erneuert. Wer durch das Quartier geht, kann die Alterung, sehen. In den vergangenen Jahren wurden hier zudem viele Werkleitungen erneuert und Fernwärme ins Quartier gebracht. Ganz abgeschlossen sind diese Arbeiten noch nicht. Entsprechend sind die Strassen voller provisorischen Flicke – ein unschönes Bild.
Beim vorliegenden Projekt handelt es sich primär um Wiederherstellung und Unterhalt. Dagegen würde wohl kaum jemand opponieren. Nun sieht das Projekt aber noch eine Umgestaltung mit Entsiegelung und Begrünung vor.
2022 haben wir dem Reglement fĂĽr eine nachhaltige Verkehrsentwicklung zugestimmt. Sie kennen dieses Reglement. (120’000 m² Strassenfläche mĂĽssen innert 10 Jahren umgewandelt werden.)
Mich erinnert diese Diskussion an die Energiewende. Das Schweizer Stimmvolk hat 2016 der «Energiestrategie 2050» klar zugestimmt. Geht es nun aber an die Umsetzung, versuchen die Unterlegenen zusammen mit verschiedene Interessengruppen aus diversen Gründen deren Umsetzung zu unterbinden und suggerieren, dass die Umsetzung nicht möglich sei.
Auch mit dieser Vorlage gilt es nun, eine beschlossene Strategie umzusetzen. Wir wollen und müssen die Stadt kühlen. Die Temperaturen an schönen Sommertagen zeigen es. Der Talboden in der Stadt ist heisser als das Umland. Im Bereich von Bäumen kann die Temepartur 7 Grad tiefer liegen. Dies belegt auch eine aktuelle Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft.
Bäume sind die günstigsten Klimaanlagen: Sie werfen Schatten, verdunsten Wasser, schlucken Feinstaub und absorbieren Lärm. In 30 Jahren wird man uns für jeden heute gepflanzten Baum dankbar sein.
Sie mögen nun sagen, das betreffende Quartier sein genug begrünt. Es stimmt, die private Begrünung ist andernorts schlechter. Natürlich wirkt sich der Effekt von Bäumen unmittelbar in ihrer Umgebung zuerst positiv aus. Doch nur mit einer durchgehenden Begrünung erreichen wir eine gewünschte Kühlung im ganzen Talboden der Stadt. Ich denke, diese Argumente haben Sie noch aus der Debatte um die Stadtklimainitiativen in Erinnerung.
Die Stadt muss sparen. 1.9 Millionen Franken klingt nach viel Geld. Der Anteil, der BegrĂĽnung beträgt gemäss Vorlage ca. 280’000 Franken. Korrekterweise mĂĽssen wir davon noch die eingesparten Asphalt- und Fundationsflächen abziehen. Wir haben, zusammen mit dem Verein GrĂĽnes Gallustal detailliert nachgerechnet. Wir kommen dann auf nur 11.5% Mehrkosten fĂĽr die Umgestaltung gegenĂĽber einer klassischen Wiederherstellung von 580m Strasse mit Fahrbah und Trottoirs. Die bisherigen Schwellen, Poller und Töpfe, die ja wegfallen, sind nicht berĂĽcksichtigt. Aus dem Hindernisparcours des frĂĽheren Wohnstrassenkonzepts wird eine moderne Begegnungszone. Tempo 20 war schon und bleibt.
Sie sehen, liebe Ratskolleginnen und -kollegen, so hoch sind die Mehrkosten nicht, wie man meinen könnte.
Was erhalten wir fĂĽr dieses Geld:
Erstmals wird eine Begegnungszone mit einem geraden Strassenband angelegt. Das ergibt ein schöneres Strassenbild, mehr Übersicht und – was vielen nicht unwichtig ist, ein einfacheres Befahren – auch für den Winterdienst. Das Konzept hat eine Ordnung: der Strassenraum ist aufgeteilt in Fahrbahn und Mutlifunktions- oder Infrastrukturstreifen links und rechts. Auf diesen befinden sich zwischen Bäumen Parkfelder, Bänkli, Stromkasten oder Unterflurcontainer – es hat eine saubere logische Ordnung, im Gegensatz zum heutigen Zustand, wo Zickzack gefahren werden muss – was im Übrigen mehr Asphaltfläche mit sich bringt.
Bei einem Nein versenken wir zukunftsweisende Quartierstrassen und setzen eine fundierte Grundlagenplanung in den Sand. Unsere Fraktion stimmt dieser Vorlage mit Ăśberzeugung zu.